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Hirumed GmbH
Dr. D. Kähler Schweizer
Hubstrasse 37
CH-9500 Wil / SG
Tel. 071 910 00 63
 

Blutegeltherapie und Indikationen

 

Wirkungsmechanismen

 

Verminderung der venösen Stauungen

Die Wirkung der Blutegel geht weit über die lokale Blutentziehung und ihre entstauenden Effekte hinaus. Während des Saugens gibt der Blutegel Wirkstoffe ab, unter anderem Hirudin (gerinnungshemmend), Hyaluronidase, Apyrase, Kollagenase und Egline (entzündungshemmend, antiseptisch).

 

 

Medizinische Verwendung

 

Plastische und rekonstruktive Chirurgie

  • Venöse Stauungen bei Replantation

  • und Freier Lappentransplantation

  • Lymphstauungen bei Mamma Rekonstruktion

  • Blutergüsse (Hämatome)

 

Traditionelle Anwendungen

  • Venöse Stauungen und Venenentzündung (Krampfadern)

  • HämorrhoidenAnsetzen der Blutegel mit dem Applikator

  • Angiopathie bei Diabetes Mellitus (nicht insulinpflichtig)

  • Arthrose

  • Muskelverspannungen
    und Myalgie

  • Verstauchungen und Zerrungen

  • Tinnitus

  • Kopfschmerzen

  • Dysmenorrhee

  • Furunkel,Karbunkel und Abzess.

  • Angina pectoris

  • Apoplexie (Hirnschlag)

  • Herpes zoster (Gürtelrose)

  • Hypertonie

 

 

Gegenanzeigen

 

  • Angeborene und erworbene
    Blutgerinnungsstörungen (Antikoagulation)

  • Arterielle Insuffisenzen und arterielle
    Stauungen bei Lappentransplantation

  • Bekannte Allergien gegen das Sekret des Blutegels

  • Vorhandene Immunsupression (z.B. bei Aidspatienten)

 

 

Pflege der Blutegel

 

Nach Erhalt der Lieferung müssen die Blutegel in ein gut verschliessbares Glas mit frischem Wasser (kalkarm oder Zusatz von Hirumin) gegeben werden. Wenn die Tiere länger als 48 Stunden gehalten werden, muss der Schraubdeckel mit Luftlöchern versehen werden, die maximal 1 mm Durchmesser haben. Um die Tiere nicht zu verletzen, ist darauf zu achten, dass die Löcher von innen nach aussen gestanzt werden. Die Egel sind sehr „wanderfreudig“ und können sich auch durch kleine Öffnungen zwängen. - In solchen Gläsern können die Egel während mehrerer Wochen gehalten werden; das Wasser muss aber täglich gewechselt werden.

 

Kurz vor der Behandlung sollten die Egel mit lauwarmem Wasser gespült werden.

 

 

Durchführung der Therapie

 

Der Patient sollte im voraus gut über die Therapie informiert werden und unsere Patientenbroschüre gelesen haben. Kontraindikationen sollen ausgeschlossen werden. Eine Überprüfung des Hämoglobinwertes vor der Behandlung ist empfehlenswert, vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter. Drei Tage vor Beginn der Behandlung sollte der Patient keine Seifen und Kosmetika benützt haben.

 

Vor der Therapie:

Bitte versichern Sie sich vor der Durchführung der Therapie, dass Sie alles nötige Zubehör griffbereit haben:

etwas mehr Tiere, wie Sie zu benützen gedenken, ein kleines Glas (z.B. mittelgrosses Schröpfglas), einen Holz- oder Plastik-Spatel, dicke Kompressen und eine Binde, ein Glas zum Auffangen der Tiere nach der Behandlung.

Die Blutegel mögen keine Hetze und reagieren nervös auf die Unruhe des Therapeuten.

 

Der Patient wird sehr bequem gelagert, denn die Behandlung kann bis zu zwei Stunden dauern.

Die Blutegel können dem Transportbehälter mit Handschuhen entnommen und in das (Schröpf)glas gegeben werden. Die Tiere beissen besser, wenn eine Vasodilatation der zu behandelnden Stelle mit einem warmen feuchten Lappen erzeugt wurde. Die Bissstelle soll ausschliesslich mit warmem Wasser und Alep- oder Kernseife gereinigt werden. Darauf das Glas mit dem Egel ansetzen und warten, bis das Tier anbeisst. Es bleibt nach dem Biss während ca. 20 bis 60 Minuten haften, bis es sich mit Blut vollgesaugt hat. Danach fällt es von selber ab.

WICHTIG: Man darf niemals ein Tier gewaltsam entfernen, weil die Gefahr besteht, dass der Egel erbricht und der Mageninhalt eine Infektion verursachen könnte. – Ein gebrauchtes Tier darf nie noch einmal verwendet werden.

In der Chirurgie wird eine antibiotische Prophylaxe mit Cephalosporinen der 3. Generation oder Gyrasehemmer empfohlen.

 

 

Nachsorge des Patienten

 

Nachdem die Egel abgefallen sind, wird der Patient mit einem losen, sehr dicken Verband versorgt. Die Dauer der Nachblutung beträgt im Schnitt 4 bis 24 Stunden. Sie ist ein Bestandteil der Therapie. Sie ist wichtig zur Wundreinigung und hat entstauenden Effekt.

Um einen regelmässigen Verbandwechsel sicherzustellen, sollte dem Patient genügend Verbandsmaterial mitgegeben werden.

Der Patient sollte für den Tag der Behandlung Ruhe einplanen und körperliche Betätigung vermeiden. Viel Trinken ist für die Unterstützung des Kreislaufes wichtig.

Ein Juckreiz der Wunde nach der Blutstillung ist nicht ungewöhnlich. Die Wunde darf nicht gekratzt werden, sondern soll gegebenenfalls mit juckreizstillender Salbe oder Gel eingerieben werden.

 

 

Entsorgung der Blutegel

 

Nach der Behandlung gibt man den Egel in eine Flasche mit Spiritus, oder man kann die Tiere tiefkühlen, um sie zu töten. Lebende Tiere dürfen auf keinen Fall das WC hinuntergespült werden. Sie können in der Kanalisation überleben und für ein überraschendes Wiedersehen sorgen. - Die Blutegel dürfen aus Umweltschutzgründen nicht in der Natur ausgesetzt werden, weil sich das Genmaterial der türkischen zu stark von den Schweizer Egeln unterscheidet. Das Einbringen von fremden Genmaterial in unsere heimische Tierwelt ist verboten. – Auf Verlangen nehmen wir benützte lebende Tiere gerne zurück und entsorgen sie für Sie.

 

 

Nebenwirkungen

 

Häufig auftretende Nebenwirkungen:

Lokale Reaktion (Schmerz bei Behandlungsbeginn, ca 5 Minuten, vergleichbar mit einem Brennesselstich; Rötung/Verfärbung der Bissränder bis zu ca. 14 Tagen; Schwellungen, auch  verbunden mit lokalem Spannungsgefühl; Juckreiz für ca. 2-3 Tage), Kreislaufreaktionen, Hämatome um die Bissstellen, Lymphknotenschwellungen. Eine Narbenbildung ist möglich. Stärkere Nachblutungen. Entzündungen, häufig begleitet mit Juckreiz. Lokal begrenzte allergische Symptome

Gelegentlich oder selten auftretende Nebenwirkungen:

Übermässige oder verlängerte Nachblutung, bzw. transfusionsbedürftiger Blutverlust. Wundheilungsstörungen.  Wundinfektionen. Allergische Reaktionen. Starker Blutdruckabfall. Starke lokale Entzündungen. Entzündungen der Lymphbahnen. Arthropodenreaktion. Systemische Infektionen mit Sepsis.

 

 

Wichtiger Hinweis

 

Eine Behandlung mit Blutegeln ist eine medizinische Therapie, welche nur durch erfahrene ausgebildete Therapeuten durchgeführt werden darf.

Die Firma Hirumed übernimmt keine Haftung für allfällige Schäden als Folge oder Komplikation einer Behandlung mit Blutegeln.

 

 

 

Literatur

  • Kähler Schweizer: Thérapie par les sangsues
    (2008, Editions Jouvence)

  • Moser, Claudia und Karla: So hilft Ihnen die Blutegel-Therapie (2002, Haug Verlag)

  • Müller Ingo W.: Blutegel-Therapie (2000, Haug Verlag)

  • Utley/Koch/Goode: The failing flap in facial plastic and reconstructive surgery: role of the medicinal leech (1998, Laryngoscope)

  • Dabb/Malone/Leverett: The use of medicinal leeches in the salvage of flaps with venous congestion (1992, Ann Plast Surg)

  • Brody/Maloney/Hentz: Digit replantation applying the leech Hirudo medicinalis (1989, Clin Orthop)

  • Michalsen et al.: Abstract : Leech therapy for symptomatic treatment of knee osteoarthritis: results and implications of apilot study (2002

 

 

 

 

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    Copyright © Hirumed GmbH, letzte Aktualisierung vom 26.10.2009, verantwortlich für den Inhalt: Dr. Dominique Kähler